FSJ in der Flüchtlingshilfe

FSJ in der Flüchtlingshilfe
(Donnerstag, 31. August 2017)

 

„Was? Wirklich? Hast Du da keine Angst?“ ist meistens die erste Frage, die ich zu hören bekomme, wenn ich von meinem FSJ im Asylbewerberheim in Kamenz erzähle.“ „Wovor  denn?“ frage ich zurück. Es folgt betretenes Schweigen.

Ich zähle mich zu der gesegneten Gruppe von Menschen, die gerne zur Arbeit gehen. Vielleicht liegt es daran, dass wir FSJler von den Kollegen und unserem tiefentspannten Chef so gut aufgenommen wurden und nicht wie „minderwertige Praktikanten“ behandelt werden. Möglicherweise ist es aber auch die Arbeit an sich, in unserem Fall die Kinder- und Jugendbetreuung, die uns oft zum Lachen bringt und schöne Anektoden für die nächsten Geburtstage und Lagerfeuer bietet. Die Kinder, die mir im Heim begegneten erlebte ich als lauter, fröhlicher und zufriedener als die meisten deutschen Kinder, die ich kenne.

Da im Asylheim ein ständiges Kommen und Gehen herrscht, haben wir statt festen Gruppen, bestimmte Angebote und Aktionen auf die Beine gestellt, deren Belegung ständig wechselt. Wir gehen mit den Kindern z.B. in die Musikschule und zum Tanzen, geben Nachhilfe, spielen Fußball und drucken massenhaft Ausmalbilder aus.

Natürlich müssen wir das Chaos, das wir manchmal veranstalten, auch wieder wegräumen. Nach Kochaktionen mit 30-40 Kindern kann das auch mal länger dauern.

Vormittags, wenn die Kinder in der Schule sind, ist dafür genügend Zeit, aber auch für unterstützende Tätigkeiten an der Rezeption. Bis jetzt waren alle Bewohner, die ich kennengelernt habe, nett zu mir (trotz Sprachbarriere). Mit den Kindern unterhält man sich übrigens auf Deutsch. Die meisten können kein Englisch. Wer der arabischen oder russischen Sprache mächtig ist, hat auf jeden Fall einenVorteil (halbwegs anständiges Englisch reicht aber auch).

Ich nehme aus der Zeit viele schöne und amüsante Erinnerungen von den Seminaren, den Ausflügen und dem alltäglichen Durcheinander mit und kann ein FSJ nur jedem empfehlen, der etwas Zeit überbrücken muss, der sich sozial engagieren will oder sich für Menschen aus verschiedenen Kulturen interessiert.

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